Erfahrungsbericht

Erfahrungsbericht aus dem Intensivkurs Woche 8

Hinter mir liegen nun acht Wochen Schauspiel-Intensivkurs an der actorfactory. Intensivkurs ist nicht übertrieben – es waren wirklich acht intensive Wochen voller Höhen und Tiefen. Wir sind immer wieder an unsere Grenzen gekommen. Haben sie durchbrochen. Erweitert. Und neue Grenzen kennengelernt. Ich denke nach diesen acht Wochen weiß jeder Teilnehmer sehr gut wo seine persönlichen Baustellen liegen und daran gilt es nun kontinuierlich zu arbeiten. Auch die eigenen Stärken sind nun viel klarer und wurden trainiert. Ich bin sehr dankbar und froh mich auf diesen Prozess eingelassen und für den Intensivkurs entschieden zu haben.

Es geht am Ende um nichts anderes, als zu leben.

Weiterlesen

Erfahrungsbericht

Erfahrungsbericht aus dem Intensivkurs Woche 7

Ich werde durchlässig. Unterdrücke nichts. Gebe meinem Körper und meinen Empfindungen Raum. Vertraue meinen Impulsen und lasse raus, was gehört werden möchte…

Den heutigen Beitrag möchte ich gerne der Stimm- und Körperarbeit mit Katharina Felice widmen. Katharina hat mir durch ihren Unterricht in den letzten Wochen viele neue Türen geöffnet, wofür ich sehr dankbar bin. 🙏 Ich hab mich noch nie auf eine solche Art und Weise mit meinem Körper und meiner Stimme beschäftigt und mein eigenes Instrument so ganz neu entdeckt. 💃 Es ist der wohl am schwersten zu beschreibende Teil des Kurses, da wir hier viel experimentiert und erlebt haben und jede Stunde ganz individuell war. Aber ich will es ansatzweise versuchen. 🙂

Weiterlesen

Erfahrungsbericht

Erfahrungsbericht aus dem Intensivkurs Woche 6

Wir sind letzte und diese Woche noch intensiver in die Szenenarbeit eingestiegen. Ich habe z.B. gelernt, wie wichtig es ist eine klare und starke Intention zu haben. Nach dieser richte ich mein ganzes Handeln aus. Und ich meine wirklich Handeln! Für ein Ziel kämpfen, weil ich ohne nicht leben kann. Ich muss also zuerst einen starken Mangel in mir spüren und ein klares Ziel, was ich von meinem Spielpartner brauche. Z.B. dass er mich liebt, respektiert, vertraut usw.… Ich kreiere mir ein inneres Bild davon, wie es aussieht, wenn mein Ziel erreicht ist. In der Szene versuche ich dann, genau das zu erreichen. Das ist oft nicht einfach! Aber für die Figur, die ich spiele, ist es ja genauso!

Auf einmal steht man da und denkt "Shit, wie mache ich es denn eigentlich, dass mich jemand liebt?". Ich bin verunsichert, hilflos. Doch irgendetwas muss ich ja tun. Ich gehe volles Risiko! Offenbare meine lange erlernten Überlebensstrategien oder teste Strategien, die ich bei anderen gesehen habe, ohne zu wissen ob sie funktionieren. Hier liegt der Unterschied zwischen Privatleben und Bühne. Auf der Bühne geht es nicht darum, seine Emotionen, Gedanken und Ideen zu verstecken - seine Impulse zu unterdrücken - wie wir es oft im wahren Leben tun. Es geht darum sich dem Publikum voll und ganz zu öffnen und in das Herz meiner Figur schauen zu lassen. Und irgendwie ja auch in mein eigenes Herz. Das kann Spaß machen. Aber erfordert auch enormen Mut. Achtung die Komfortzone endet hier. Again!

Doch mit wem habe ich es überhaupt zu tun? Kommen meine Aktionen beim Spielpartner an? Führen sie zum gewünschten Ziel? War ich zu zurückhaltend? Oder habe ich den anderen sogar verschreckt? Ich muss mit all meinen Sinnen wahrnehmen, wie der Andere auf mein Handeln reagiert. Ich muss bei ihm sein und darf mich nicht in meiner inneren Gedankenwelt verlieren, denn dann kommt beim Zuschauer nichts an. Sowieso haben wir in diesem Kurs immer wieder gelernt: spiele nie den Gefühlszustand der Figur! Handele! Kämpfe für dein Ziel! Das Gefühl der Figur kommt von da. Für all das ist es wichtig, dass unser Instrument - unser Körper und unsere Stimme - gut vorbereitet und durchlässig ist. Wie Katharina uns dabei geholfen hat und was ich gelernt habe, erzähle ich dir im nächsten Beitrag!

Erfahrungsbericht

Erfahrungsbericht aus dem Intensivkurs Woche 5

Erfahrungsbericht "actorfactory" Intensivkurs: Woche 5

Wir haben im Kurs einmal pro Woche „Dido-Tag“. Dido ist neben Johannes (Schauspiel) und Katharina (Stimme/Körper) eine weitere Dozentin im actorfactory Intensivkurs. Mit ihr heißt es: wahrnehmen, reagieren, Angebote annehmen & senden – Improvisationstraining!Die Arbeit mit Dido und natürlich unserer tollen Gruppe ☺️ macht unglaublich viel Spaß. Ich habe jede Woche aufs neue Tränen gelacht. 😂 Aber nicht, dass ihr jetzt denkt, es war immer alles easy. Impro ist für mich und viele andere ein wahres Wechselbad der Gefühle. Es kann super viel Spaß machen, ja. Dann ist da aber auch diese Ungewissheit – der Abgrund hinter der Komfortzone – kein Text + keine vorgegebene Szene + keine Ahnung, wie es ausgehen wird = Angst 🙈🙉🙊. Wir trainieren, die Angst zu überwinden und Leichtigkeit und Spaß zu finden. Und dem Zuschauer – trotz der eigenen Herausforderung – etwas zu erzählen. Warum macht Impro mal Spaß und gelingt und mal scheitert sie? Ist das Glück? Reiner Zufall? Nope – für mich eine wesentliche Erkenntnis im Kurs: Impro ist ein Handwerk, dass man erlernen kann. Challenge accepted! 💃 Wir haben hierfür in den letzten 5 x 4,5 h mit Dido jede Menge Tipps und Tricks an die Hand bekommen und geübt, geübt und geübt. Diese Woche hat mich eine Übung zum Thema Wahrnehmung besonders fasziniert: schafft man es mit geschlossenen Augen durch einen Raum zu gehen und sich von den anderen Personen im Raum mit ihren Händen und Gedanken – ohne Berührungen! – leiten zu lassen? Es erfordert eine enorm hohe Konzentration und alle Antennen müssen draußen sein. Dann funktioniert das tatsächlich. Das hat mich mal wieder tief beeindruckt. Unsere Gedanken haben einfach mehr Power, als wir es uns manchmal zutrauen…

Gepostet von Actorfactory am Samstag, 10. März 2018

Wir haben im Kurs einmal pro Woche „Dido-Tag“. Dido ist neben Johannes (Schauspiel) und Katharina (Stimme/Körper) eine weitere Dozentin im actorfactory Intensivkurs. Mit ihr heißt es: wahrnehmen, reagieren, Angebote annehmen & senden – Improvisationstraining!

Die Arbeit mit Dido und natürlich unserer tollen Gruppe macht unglaublich viel Spaß. Ich habe jede Woche aufs neue Tränen gelacht. 😂 Aber nicht, dass ihr jetzt denkt, es war immer alles easy.

Weiterlesen

Erfahrungsbericht

Erfahrungsbericht aus dem Intensivkurs Woche 4

Erfahrungsbericht "actorfactory" Intensivkurs: Woche 4

In der vierten Woche des Schauspiel-Intensivkurses gab es für mich eine wesentliche Erkenntnis: das innere Erleben auf der Bühne ist wichtig – aber nicht alles! Wenn der Zuschauer davon nichts oder nur wenig mitbekommt, bringt es leider wenig. Leichter gesagt, als getan… 🙃Mir persönlich fällt es – mit entsprechender Vorbereitung – relativ leicht mich in Figuren und Situationen einzufühlen und ins innere Erleben zu kommen. Im Eifer des Gefechts bekomme ich dann leider nicht immer mit, wie viel davon wirklich beim Publikum ankommt. 🙈 Bei der ersten Version meiner Irmgard-Szene, in welcher sie ihrem verstorbenen Mann begegnet (siehe Blog letzte Woche), wurde das gut sichtbar. Ich bin tief in das Erleben und Fühlen eingestiegen. Habe mir konkret vorgestellt, dass mein Mann seit einigen Monaten tot ist und ich, als Irmgard, ganz allein, schlafend im Bett liege und einsam bin. Im Ergebnis, habe ich mich wahnsinnig vor meinem plötzlich nachts wieder vor mir stehenden Mann erschrocken. Ich konnte ihn kaum ansehen, hatte Panik, habe geweint, geschrien, mich in meinen Händen vergraben, weil ich es nicht wahrhaben wollte. Das alles innerhalb weniger Sekunden. Ich bin von 0 auf 100 gegangen. Leider habe ich vergessen mein Publikum mitzunehmen 😅. Ich habe mein Pulver gleich am Anfang verschossen und so wurde die Szene bald uninteressant für den Zuschauer, da es keine Veränderung mehr gab. Ich war zwar im Erleben der Figur – aber es fehlten klare Handlungen und ein dramaturgischer Bogen. Ups! 😬Gut, dass Johannes da war. 😊 Mit ihm konnte ich viel mehr aus der Szene herausholen und weiß jetzt wo meine Herausforderungen liegen.Wir haben die Motive der Figur stärker herausgearbeitet und die Szene in einzelne Handlungsstränge unterteilt. Wann realisiere ich überhaupt, dass der vor mir stehende Mann eigentlich tot ist? Und wie gehe ich damit um? Renne ich kreischend weg oder will ich vielleicht sogar, dass er da bleibt, weil ich ihn vermisse? Welche konkreten Handlungen folgen daraus? Außerdem haben wir durch View Points in Raum und Zeit das Erleben nach außen stärker sichtbar gemacht: Wie ändert sich der räumliche Abstand zum „Geist“? Welche Tempoentscheidungen treffe ich? Wann kann ich Stops nutzen, um die Wirkung zu vergrößern? Die Szene hat einen technischen Rahmen und dramaturgischen Bogen bekommen – beides hat mir vorher gefehlt. Wenn ich dann mein inneres Erleben beibehalte… 💥 wird dem Zuschauer erst wirklich eine Geschichte erzählt! Und genau darum sollte es im Schauspiel doch gehen – oder?! 🙂

Gepostet von Actorfactory am Samstag, 3. März 2018

In der vierten Woche des Schauspiel-Intensivkurses gab es für mich eine wesentliche Erkenntnis: das innere Erleben auf der Bühne ist wichtig – aber nicht alles! Wenn der Zuschauer davon nichts oder nur wenig mitbekommt, bringt es leider wenig. Leichter gesagt, als getan… Mir persönlich fällt es – mit entsprechender Vorbereitung – relativ leicht mich in Figuren und Situationen einzufühlen und ins innere Erleben zu kommen. Im Eifer des Gefechts bekomme ich dann leider nicht immer mit,

Weiterlesen

Erfahrungsbericht

Erfahrungsbericht aus dem Intensivkurs Woche 3

Erfahrungsbericht "actorfactory"-Intensivkurs: Woche 3

Diese Woche sind wir zu Charakterstudien auf einen Wochenmarkt in Berlin-Schöneberg gegangen. Ziel: Studiere das Verhalten einer von dir gewählten Person so, dass du es es adaptieren und dem Kurs (zunächst) in einer kurzen alltäglichen Sequenz zeigen kannst. Ok – dann also los zum „Undercover-Einsatz“! 😎Was kann ich alles beobachten? ➡️ Wie viel Raum nimmt sich die Person? Wie sind die Mundwinkel, der Gang, das Tempo? Gibt es einen Rhythmus mit dem sich die Person fortbewegt? Wie ist die Blickrichtung, Kopfhaltung? Gibt es unbewusste Bewegungen (wie ein Zucken oder nervöse Handbewegungen)? Was treibt die Person an? Warum ist sie auf dem Markt?Ich beobachte das Verhalten und steige einfach mal ein. Ich studiere die Körperlichkeit der anderen Person. Bewege mich wie sie. Wie fühlt sich das an? Was denkt und fühlt diese Person? Was bedeuten die anderen Personen auf dem Markt für sie? Hat die Person Angst? Ist sie selbstsicher?Allmählich entsteht in jedem von uns ein inneres Bild der beobachteten Figur. Und wir können intuitiv, wie mit einem 7. Sinn, viele Fragen zur Person beantworten. Wir haben es mit einem Interview getestet. Es ist unglaublich, wie gut das funktioniert. Ich wurde zu Irmgard, 83, aus Berlin Pankow. Sie bewegt sich unsicher fort, insbesondere wenn ihr Mann nicht an ihrer Seite ist.Durch die erschaffenen Figuren, holen wir den Markt in die Räume der actorfactory! Wie kann man aus dem Material nun spannende Geschichten und Szenen machen? Wir spielen mit der Dramaturgie. Irmgard könnte ihren Mann vor wenigen Monaten verloren haben – er ist verstorben. Was, wenn sie den verstorbenen Mann nun plötzlich real vor sich sieht? Kann Irmgard ihren Sinnen trauen? Beginnt sie den Verstand zu verlieren? JETZT haben wir eine Szene. 🔜Wie wir die Szene dann ausarbeiteten, erfährst du nächste Woche.

Gepostet von Actorfactory am Samstag, 24. Februar 2018

Diese Woche sind wir zu Charakterstudien auf einen Wochenmarkt in Berlin-Schöneberg gegangen. Ziel: Studiere das Verhalten einer von dir gewählten Person so, dass du es es adaptieren und dem Kurs (zunächst) in einer kurzen alltäglichen Sequenz zeigen kannst. Ok – dann also los zum „Undercover-Einsatz“!
Was kann ich alles beobachten?

Weiterlesen

ErfahrungsberichtIntensivkurs

Erfahrungsbericht aus dem Intensivkurs Woche 2

Erfahrungsbericht "actorfactory"-Intensivkurs: Woche 2

Die zweite Woche Schauspiel-Intensivkurs bei Actorfactory war wieder sehr herausfordernd. Ich könnte allein über die Körper- und Stimmarbeit mit Katharina oder das Improvisationstraining mit Dido einen ganzen Beitrag schreiben! Das hebe ich mir aber für später auf. Die große Überschrift für den Schauspielteil des Kurses mit Johannes könnte diese Woche lauten: Verhalten, Verhalten, Verhalten!Wir haben uns Ende letzter Woche jeder ein Tier ausgesucht, in dessen Rolle wir für eine Woche schlüpfen und dessen Verhalten wir studieren. Ich habe mich für einen Wolf entschieden. 🐺 Andere für Chamäleon, Ratte, Faultier, Katze, Leopard, Tiger, Krokodil, Otter und Waschbär. Später haben wir die Tiere dann „vermenschlicht“ und alle zusammen in ein Wartezimmer gesetzt. Sitzt ein Otter mit einem Krokodil, einem Wolf und einer Ratte im Wartezimmer. Wir hatten viel Spaß bei diesen Mensch-Tier-Impros. 😂 Wenn du dich fragst, wie sehr Menschen Tieren ähneln können, dann empfehle ich dir sehr ZOOMANIA anzuschauen (läuft derzeit auf Netflix) 😉 – ich habe herzlich gelacht und einige Elemente unserer Tierarbeit + Vermenschlichung wiedererkannt.Anfangs hatte ich meine Probleme damit komplett in den Wolf zu finden. Auf allen Vieren durch den Raum „krabbeln“ ist einfach erstmal sehr ungewohnt und ziemlich anstrengend. Alles fühlt sich fremd an. Und viele Fragezeichen kommen auf – neben blauen Flecken und Muskelkater 🙈. Wie läuft, jagt, frisst, wirbt, bedroht, beobachtet, spielt, beschützt – verhält sich – so ein Wolf? Welches könnte sein Zentrum sein? Was will dieses Zentrum? Da hilft erstmal nur Recherchearbeit und vor allem: genauestens beobachten, einfühlen und ausprobieren!Ich spüre meine Reißzähne, mein Maul, mein Fell, mein Bauchzentrum. Und plötzlich denke ich (als Vegetarierin!) an blutiges Fleisch und meine Spiel-Kollegen im Raum werden zu Beute. 😛Sich dann voll und ganz darauf einzulassen, ist die größte Herausforderung. Wie gehe ich damit um, wenn ich realisiere, dass ich knurre, die Zähne fletsche oder jaule? Übernimmt das Schamgefühl die Oberhand und haut mich aus der Rolle? Die Transformation ist von Tag zu Tag besser gelungen und das Gefühl, zwischendurch komplett mit dem Tier zu verschmelzen, ist auf eine gute Art und Weise verrückt und die blauen Knie wert. Nach einer Woche versteht man natürlich noch nicht die ganze Komplexität der Verhaltensweisen eines Tieres. Aber man schafft es einige Minuten konsequent in der Rolle zu bleiben und fühlt sich mit dem Tier verbunden. Diese Verbindung wird auch eine Weile bestehen bleiben.Nächste Woche gehen wir über zu Verhaltensstudien beim Menschen! Bleib dran! 😉

Gepostet von Actorfactory am Samstag, 17. Februar 2018

Die zweite Woche Schauspiel-Intensivkurs bei Actorfactory war wieder ziemlich herausfordernd. Ich könnte allein über die Körper- und Stimmarbeit mit Katharina oder das Improvisationstraining mit Dido einen ganzen Beitrag schreiben! Das hebe ich mir aber für später auf.

Die große Überschrift für den Schauspielteil des Kurses mit Johannes könnte diese Woche lauten: Verhalten, Verhalten, Verhalten! Wir haben uns Ende letzter Woche jeder ein Tier ausgesucht,

Weiterlesen

ErfahrungsberichtIntensivkurs

Erfahrungsbericht aus dem Intensivkurs Woche 1

Erfahrungsbericht "actorfactory"-Intensivkurs

Ich habe mich für den 8-wöchigen Schauspiel-Intensivkurs bei der actorfactory angemeldet. Meine Erfahrungen möchte ich in diesem wöchentlichen Blog mit euch teilen. ✍️Diese erste von acht Wochen war sehr aufregend, fordernd und doch energetisierend. Unglaublich, wie schnell die Zeit verfliegt, wenn man etwas macht, das einem Freude bereitet. Ich fühle mich, als wäre ich schon jetzt ein Stück gewachsen. Ich habe das Klopfen meines Herzens gespürt, als ich auf der Bühne stand und das gute Gefühl danach, wenn man es „überlebt" hat 😉. Ich durfte mich mit anderen verbinden und wahrnehmen, wahrnehmen und wahrnehmen. In mich hinein spüren und meinem Impuls vertrauen lernen. Ich habe mein Zentrum gespürt - definiert - und es verändert. Ich habe gelernt mein Licht zu finden und es nach Belieben auf- und abzudrehen…Letzteres ist Teil der Zentrumsarbeit, welche neben Improvisation und Toning einen größeren Teil des Unterrichts ausgemacht hat. Sie hat mich diese Woche am meisten fasziniert. Zentrumsarbeit macht so unglaublich viel und hat teilweise auch etwas sehr meditatives. Man darf voll im Hier und Jetzt sein. Und muss es auch, sonst funktioniert es nicht. Allein durch die Konzentration auf ein definiertes Zentrum – an einem Ort meiner Wahl – kann sich so unglaublich viel verändern. Und es gibt Halt! Da man sich auf EINE Sache konzentrieren muss und nicht auf 1000 Dinge gleichzeitig. Trotzdem ist die Wirkung enorm – auf die Körperlichkeit, die Stimme, die Gedanken, die Fantasie, die eigene Gefühlswelt, die Ausstrahlung… es verändert einfach alles. Die Technik hilft nicht nur im Schauspiel weiter – sondern auch mir als Person. So ist es eigentlich mit fast allem, was wir im Schauspiel machen. Denn wie Johannes so schön sagt: alle Probleme, die uns auf der Bühne begegnen, begegnen uns auch im Privatleben.Ich bin schon jetzt überwältigt von dem Input in dieser ersten Woche. Und bin sehr gespannt und freue mich auf alles, was noch kommen wird. Ein wenig Angst schlummert da auch in mir und blitzt immer mal wieder auf. Vor allem vor dem Moment, an dem ich an meine Grenzen stoßen werde. Und ich bin mir sicher, dass das passieren wird. Dafür werden Johannes, Katharina und Dido schon sorgen. Und ich bin dankbar dafür. Auch wenn es in den nächsten Wochen bestimmt Momente geben wird, in denen ich mich fragen werde, warum zur Hölle ich mir das antue 😉…Aber warum genau tue ich mir das eigentlich an? Was ist am Schauspiel so faszinierend? Was macht es mit uns? Ich finde, Johannes hat es am ersten Tag ganz gut beschrieben: in uns allen stecken so viele Facetten, Charaktere, Leben, Möglichkeiten. Wir sind Geliebte, Opfer, Mörder, Mutter, Kind, Lehrer, Superheld… das alles und noch viel mehr steckt bereits in uns. Doch wie viel leben wir davon wirklich aus? Nur einen winzig kleinen Teil des gesamten Spektrums an Eigenschaften und Verhaltensweisen, die in uns schlummern.Daher zieht es mich, wie auch so viele andere, so sehr ins Schauspiel. Es macht einfach Spaß, über das Gewohnte hinauszugehen und auszuprobieren und auszuleben, was noch in uns steckt. Und das ohne Risiko – in einem geschützten Raum – wohlwissend, dass man nach dem Verlassen des Raumes wieder in sein wohl-behütetes Leben – in seine „eigene Rolle“ – zurückkehren kann. Ohne Konsequenzen.Obwohl – ohne Konsequenzen ist nicht ganz richtig. Höchstwahrscheinlich mit der Konsequenz, seine eigenen Grenzen überwunden zu haben. Neue Perspektiven erlebt zu haben. Und zu wachsen.Ich bin gespannt wie es nächste Woche weitergeht!

Gepostet von Actorfactory am Samstag, 10. Februar 2018

Ich habe mich für den 8-wöchigen Schauspiel-Intensivkurs bei der actorfactory angemeldet. Meine Erfahrungen möchte ich in diesem wöchentlichen Blog mit euch teilen.

Diese erste von acht Wochen war sehr aufregend, fordernd und doch energetisierend. Unglaublich, wie schnell die Zeit verfliegt, wenn man etwas macht, das einem Freude bereitet. Ich fühle mich, als wäre ich schon jetzt ein Stück gewachsen.

Weiterlesen