Geste

Die Geste ist ein wesentliches Signal der Körpersprache.

In der Realität werden Gesten teils bewusst, häufig aber auch unbewusst eingesetzt.  Dies macht Gesten zu einem faszinierenden Studienobjekt und einem der wichtigsten Ausdrucksmittel in der darstellenden Kunst. Der Umgang mit Gesten spielt daher in der Schauspielausbildung und beim Erarbeiten von schauspielerischen Darbietungen eine erhebliche Rolle. Eine Geste drückt immer eine Beziehung bzw. eine innere Haltung aus: z.B. zu einer anderen Person, zu einer Situation, zu den Göttern oder auch zu sich selbst.

Gesten geben dem sprachlichen Ausdruck meist erst die eigentliche Bedeutung. Sie offenbaren häufig das, was jemand eigentlich meint und über die Geste unbewusst zum Ausdruck bringt. Gesten können eine verbale Aussage unterstützen, aber auch völlig gegensätzlich sein. Damit ergeben sich für die schauspielerische Darstellung äußerst interessante Möglichkeiten. Laut Untersuchungen von Kommunikationswissenschaftlern achtet ein Rezipient unbewusst zu ca. 80 % auf die Körpersprache und nur zu 20 % auf den verbalen Inhalt.

Gesten können groß oder klein sein. Die angemessene Größe einer Geste hängt von der Kommunikationsdistanz ab. So sind in großen Theatern in der Regel größere Gesten erforderlich als auf kleinen Bühnen oder gar vor der Kamera. Viele Schauspielanfänger sind gestisch zu zurückhaltend aus Angst unnatürlich zu wirken. Dagegen fällt es gestandenen Theaterschauspielern vor der Kamera oft schwer „kleiner“ zu spielen. Ihr Spiel wirkt durch die Vergrößerungswirkung der Kamera dann seltsam übertrieben.

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